Le Gardon Felsen im Fluss- Camping De L'arche

Eine Woche Ardèche

Florian Reisebericht 1 Comment

Durch etwas Glück hatten wir diesen Sommer die Möglichkeit noch für ein zweites Mal Familienurlaub machen zu können.
Mit dem Dachzelt sollte es für eine Woche auf Reisen gehen. Die Frage war wohin? Nicht zu weit weg, aber auch nicht direkt um die Ecke. Der Atlantik schied also aus. Das Mittelmeer auch.
Nach etwas hin und her entschieden wir uns erstmal in Richtung Süden zu fahren mit dem groben Ziel “eine Woche Ardèche”.

Vorbereitungen

Die Reise war wenig geplant. Auch wenn ich mir ein paar Campingplätze bei Camping.info angeschaut hatte, war doch alles irgendwie offen.

Das Fahrzeug, unser YETI war von der letzten Reise und den Wochenenden dazwischen noch so gut wie fahrbereit. Die Kleiderkisten aktualisiert, Decken, Wasser und Essen eingeladen und schon ging es los auf die A5.

Die Fahrt

Etwas Nervös war ich schon, da wieder mal alle Stimmen im Radio von einem “Stau Supergau Wochenende” sprachen. Klar, es sind Sommerferien und Hochsaison. Und welcher klar denkende Mensch fährt in dieser Zeit in Richtung Südfrankreich. Diese Gedanken ignorierend fuhren wir los. Und siehe da, das Glück war auf unserer Seite und der Hauptreiseverkehr auf der Entgegenkommenden Fahrbahn. Der Stau ging also weitestgehend an uns vorbei. Und bis auf ein paar heftige Regengüsse fuhr es sich angenehm und entspannt.

Als wir von der Autobahn kamen standen wir dann doch noch im Stau. Ein Reggae Festival sorgte für viel Verkehr. Eine Stunden später erreichten wir den Campingplatz (Camping De L’arche) am Gardon, einem hübschen Fluß.

Campingplatz in der Ardeche "Complet"

Hochsaison

Die nette Dame an der Rezeption teilte uns mit “Der Campingplatz sei eigentlich voll, aber wir könnten für eine Nacht bleiben und dann würde man am nächsten Tag sehen”. Nach dem wir schon ein paar Schilder mit “Complet!” gesehen hatten wollten wir erst einmal schlafen und bezogen den Platz.

Am nächsten Morgen brach dann Hektik aus. Die Gäste die unseren Platz gebucht hatten standen bereits um 9:30 Uhr an der Rezeption und wollten einchecken. Das Team vom Platz war jedoch sehr freundlich und lud uns ein auf einen anderen Stellplatz um zu ziehen.

Wieder für eine Nacht

Ohne Frühstück und irgendwie übernächtigt packten wir Tisch und Stühle in das Auto, klappten das iKamper zusammen und fuhren zum neuen Stellplatz. Nicht gerade eine Schönheit, aber ok.

So setzte sich das Spiel fort. Jeden Morgen zwischen 10 und 11 Uhr kam eine nette Person von der Rezeption und wies uns unseren neuen Platz zu.

Nach drei Nächten war dann Schluß. Ich hatte keine Lust noch mal den Platz auf dem Paltz zu wechseln. Ein Roadtripp auf einem Campingplatz war dann doch zu viel. Aber dazu später.

Der Gardon

Der Fluß Gardon der direkt am Campingplatz vorbei fließt ist schön anzusehen. Am Fuße der Cevennen dümpelt er so vor sich hin, aber man kann gut erahnen wie manch starkes Hochwasser durch das Tal stürzt und dabei die Felsen umspült. Die Spuren waren eineige Meter über dem aktuellen Pegel zu sehen.

Der Camping de L´arche ist ein großer und gut besuchter Campingplatz mit viel Potential für Ausflüge und tollen Wanderungen in der Umgebung. Trotzdem verblieben wir die meiste Zeit im direkten Umkreis. Sprich, am Gardon. Dort gab es tolle Felsformationen und Gumpen. Ein Paradies für kleine und große Klippenspringer und Schwimmer.

Le Gardon Felsen im Fluss- Camping De L'arche

Leider floß das Wasser des Gardon zu diesem Zeitpunkt recht träge, und so war die Algenbildung für meinen Geschmack schon etwas sehr vorangeschritten. Die meisten Gäste schien das nicht zu stören. Es wurde fleißig gebadet, jedoch behagt mir das grüne geschmodder nicht sonderlich. Nach ein paar Sprüngen von der Klippe fing meine Nase an zu laufen, vermutlich als Reaktion auf die Algen. Damit war für mich das Thema erledigt. Ab sofort war ich im gut mit Chlor durchsetzten Pool zu finden.

Trotzdem hatten wir eine gute Zeit am Fluß. Abendliche Spaziergänge. Klettern am Tag und… lautstarkes nächtliches feiern der Jugendlichen am Strand. Naja, wir waren ja auch mal jung.

Eisenbahnbrücke über den Fluß Le Gardon

Der Campingplatz war durch und durch auf Familien mit Kindern eingestellt. Es gab tolle Spielplätze mit einer Handvoll Trampolinen und ich weiss nicht was. Unsere Tochter fand es toll. Und als es an die Weiterreise ging fiel es ihr schwer den Platz zu verlassen. Ich war froh endlich wieder auf der Straße zu sein und dem etwas zu viel von Amüsierpark zu entkommen.

Alés

Der Ort Alés war der nächst größere im Umkreis von ca 10 km. Wir mußten eh einmal einkaufen fahren, da der Shop auf dem Campingplatz außer leckerem Baguette und Croissont nicht viel zu bieten hatte. Kein Obst, kein Gemüse, schien sich das kleine Sortiment auf Zucker und Fette zu konzentrieren.

In Alés wollten wir die Markthalle besuchen. Der Ort scheint sehr bemüht zu sein ein gutes Image zu präsentieren. Dies gelang aber nur am Rande. Tatsächlich gibt es eine Strandbar am aufgestauten Fluß. Auch eine kleiner Lift zum Wakeboarden steht bereit. Verfallene Häuser und die Stimmung bei den Einheimischen konnten aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die Stadt keine besonders guten Zeiten durch macht. So fand sich hier wenig vom Charm Südfrankreichs. Alés erinnert viel mehr an einen vergessenen Ort am Rande eines Naturparadies, den Cevennen.

Ich war sehr froh als wir den Ort hinter uns gelassen hatten.

Ein riesiges Höhlensystem

Auf dem Weg in die Ardèche fuhren wir durch eine Kastlandschaft und an einer Höhle vorbei. Auch wenn es in der Region doch sehr viele Atemberaubende Höhlen gibt, wollte diese, die Grotte de Cocalière, eine der schönsten Frankreichs sein. So stand es geschrieben.

Kurz entschloßen wollten wir dem Thema auf den Grund gehen, schließlich müße man diese These ja überprüfen. Und da unsere Tochter auch nicht abgeneigt war standen wir kurz darauf am Tickeschalter.

Es ging tief in den Berg, eine sichere Treppe hinunter in ein gut erschloßenes Höhlensystem. Ein mehr als freundlilcher Höhlenmann erklärte uns den Unterschied der verschiedenen Tropfsteine und ihr erstaunliches Alter von teils mehr als zwei Millionen Jahren.

Das System der Höhle an sich soll ca. 30km lang sein. Der zu besuchende Abeschnitt ein Kilometer. Der besondere Clou kam dann am Ende. Eine Art gläserne Pyramide mit Doppelbett, die eine Übernachtung in der Grotte ermöglicht. Klimatisiert, Champagner und Frühstück im Preis enthalten.

Die Ardèche

Endlich waren wir da. Die Ardèche. Nur war sie überhaupt nicht so wie ich mir das vorgestellt hatte.

Alle Menschen der Welt, besonders die Niederländer schienen gerade vor Ort zu sein. Die Niederlande mußten zu diesem Zeitpunkt Menschenleer gewesen sein. Und alle versuchten gerade auf einem der vielen Campingplätze unter zu kommen.

Ein hämisches grinsen der Rezeptionisten/innen verriet bereits aus der Ferne was sie uns gleich mitteilen würden. “Complet”.

Manche warteten geduldig und mit freundlicher Miene bis man in gebrochenem Französich seine Sätze vorgetragen hatte um dann abgewiesen zu werden. Andere zeigten mürrisch auf ein Schild. “Full, Complet”.

Irgendwann hatte ich genug davon und beschloß nun mit dem Telefon aktiv zu werden. Ein Campingplatz etwas nördlich des eigentlichen Gebietes der Ardèche war dann die Lösung. Eine erstaunlich wohlwollende Stimme sicherte mir zu den letzten Platz reservieren zu können. “Für drei Nächte”, sagte die freundliche Besitzerin. “Dann würde es alles anders werden. Dannach müße man schon an Wunder glauben. Und selbst wenn ein Wunder eintreten würde wäre die Chance noch eine weitere Nacht zu bekommen höchst unwahrscheinlich”.

Wir nahmen was uns angeboten wurde und versprachen in nicht mehr als 15 min auf dem Platz zu sein.

Ein Traum von einem Campingplatz

Ein wahrer Geheimtipp ist der Campingplatz “Camping de la Falaise”. Möge er weiter so gehandhabt werden. Ein Traum von einem Campingplatz. Mit nur 40 Stellplätzen war die Atmosphäre familiär. Die Betreiber boten einen freundlichen Empfang und waren sehr hilfsbereit. Und mit einem Satz: Der Platz entsprach genau meinen Vorstellungen. Ich war glücklich.

Der Platz liegt am Ufer der Ardèche mit eigenem Strand, einer kleinen Bar und einer Mietstation für Kayaks. Der Einstieg für eine 8 km und eine 12 km lange Kayaktour ist direkt am Campingplatz möglich.

Baguette und Croissant konnten immer für den nächsten Morgen an der Rezeption bestellt werden. Einen Laden gab es nicht.

Der Blick von den angenehm großen Parzellen geht in Richtung der Felsen die über der Ardèche aufragen oder in Richtung der Weinberge. Die Parzellen bieten viel Schatten unter Bäumen, sind weitestgehend durch Hecken getrennt und mit Stromanschluß versorgt. Die Waschräumen und Toiletten waren immer sauber und finden sich in einem guten Zustand. Für die Kinder gibt es einen kleinen Spielplatz und eine stattliche Hüpfburg, so wie einen Fußballplatz.

Abends gab es an der Bar neben diverser Getränke auch Pizza und Crepes. Die Terasse mit Blick auf die Landschaft war sicher ein großes Highlight. Morgens tranken wir dort Kaffee. Die Zeit auf dem Campingplatz war einfach schön.

Terrasse mit Blick auf Ardeche und Felsen

Balazuc, eines der schönsten Dörfer Frankreichs

So stand es geschrieben.
Der Ort Balazuc liegt fast Fußläufig zum Campingplatz Falaise. Wir sind dann allerdings doch mit dem Auto hingefahren. Für ein paar Euro gibt es genügend Parkplätze vor Ort und eine Stadtkarte. Von dort lässt sich das Örtchen erkunden.

Tatsächlich ist es ein wunderschöner Ort, gebaut auf einem Felsplateau und auf jeden Fall einen Ausflug Wert. Die vielen kleinen Gässchen, Durchgänge und der großartige Ausblick laden zum Erkunden ein. Am Fluß kann man Baden gehen und auch die Gastronomie ist trotz der vielen Touristen freundlich, gemütlich und von guter Qualität.

Eine tolle Wanderroute mit dem Start in Balazuc findet ihr hier…

Nach ein paar Tagen auf dem Platz in Falaise hätten wir eigentlich noch eine weitere Nacht irgendwo verbringen können. Es war erst Freitag. Wir hatten aber keine Lust mehr uns nochmal auf die Suche nach einem Campingplatz zu machen. Also, beschloßen wir unsere Sachen zu packen und den Heimweg anzutreten.

Im Falle dass wir viel im Stau stehen sollten, hätten wir so die Möglichkeit noch mal irgendwo eine Nacht zu verbringen. Wir kamen aber an allen Engpässen gut vorbei und waren nach 7 Stunden wieder in Freiburg.

Schlußendlich…

…eine wunderbare Reise, und dass trotz Hochsaison und ausgebuchter Campingplätze. Und deshalb würden wir es wieder tun. Vermutlich würde ich aber zum ersten mal überhaupt einen Campingplatz reservieren. Wir würden auch für eine Woche nur wenig den Ort wechseln, sondern die vielfältige und spannende Gegend von einem Platz aus erkunden. Und Möglichkeiten zum Entdecken gibt es dort wirklich unendlich.

In diesem Sinne, auf gutes Reisen, und danke für´s lesen.

Euer Floxxi on Tour


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